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Tauch- & Wassersportbranche im Wandel: die Markttrends

Während die Tauchbranche in West- und Mitteleuropa eine gewisse Marktsättigung erreicht hat, verzeichnet sie in den letzten Jahren in Osteuropa und Asien ein höheres Wachstum an Zertifizierungen. Besonders der Trend zum ökologisch orientierten Denken und Verhalten kristallisiert sich heraus, womit vor allem jüngere Menschen für den Tauchsport gewonnen werden können.

Auch in Zukunft kann die Tauchindustrie in Osteuropa und Asien ein größeres Wachstum erwarten als in West- und Mitteleuropa. Gründe dafür sind ein stärkeres Wirtschaftswachstum, eine höhere Geburtenrate und damit mehr Neukunden sowie ein gewisser Nachholbedarf. In West- und Mitteleuropa dagegen machen sich jetzt und in Zukunft die geburtenschwachen Jahrgänge bemerkbar und eine Marktsättigung zeichnet sich ab.

So wird die Anzahl der Taucher hier aufgrund des demographischen Wandels in den nächsten 20 Jahren um rund 8 bis 9 Prozent schrumpfen. Auch die Erstausbildungen, die mit aktuell rund 40.000 immer noch auf großes Interesse stoßen, werden aus diesem Grund jährlich um etwa 1 Prozent abnehmen. Der Anteil der Frauen ist dabei konstant – und meist mit einer Pause zwischen 25 und 35 Jahren verbunden. Nicht alle bleiben dabei als „aktive“ Taucher oder Taucherinnen.: Schätzungen zufolge geben etwa 10 Prozent der Kursabsolventen das Tauchen unmittelbar nach dem Kurs wieder auf. Sie haben ihr Ziel das Tauchen auszuprobieren erreicht und wenden sich einer neuen Herausforderung zu. Die Übrigen teilen sich auf in „Urlaubstaucher“ und „Vieltaucher“.

Die erste Gruppe taucht überwiegend im Urlaub, kauft oder erwirbt aber spezielle Tauchausrüstung für Urlaubsaktivitäten (zum Beispiel. leichte Ausrüstung für Warmwassertauchgänge oder UW-Kameras). Die Gruppe der Vieltaucher erwirbt nach und nach die verschiedensten Ausrüstungsgegenstände, teilweise sogar mehrfach. Beide Gruppen investieren jedoch in erheblichem Maße – und genau dort liegt das Potenzial der nächsten Jahre, um insbesondere in den westlichen Ländern eine weitere Umsatzentwicklung zu generieren.

Es gilt, Trends zu identifizieren und zielgruppengerecht zu bedienen. Dazu zählen etwa neue Angebote für Familien (zum Beispiel Eltern lernen und tauchen mit ihren Kindern), Extravagantes (zum Beispiel Tauchen in Meereshöhlen) oder interessante Rahmenangebote mit Ausflügen, U-Bootfahrten, Kinderbetreuung und Grillabenden auf dem Tauchboot.

Mit konsequenter, interessanter Jugendarbeit und unter Einbeziehung der Familien am Urlaubsort können so neue aktive Taucher gewonnen werden. Insbesondere im Hinblick auf den ökologisch orientierten Tourismus gibt es hier großes Potenzial: Junge Menschen interessieren sich verstärkt für nachhaltige bzw. ökologische Themen und werden hier aktiv.

Das Projekt Ocean CleanUP, bei dem ein sehr junger Unternehmer eine revolutionäre Technologie zur Selbstreinigung der Ozeane entwickelt hat, ist ein imposantes Beispiel dafür. Ebenso die Baykeeper in New York – junge Freiwillige, die den Plastikanteil in den Buchten analysieren, um auf den Handlungsbedarf nach einer nachhaltigen Wasserwirtschaft hinzuweisen.

Den Jugendlichen allgemein gilt es also klar zu machen, dass Tauchen eben nicht nur ein toller Sport ist, sondern auch eine charakterbildende Maßnahme: Taucher beobachten und schützen die Unterwasserwelt auf vielfältige Weise und tragen somit zu einer besseren Welt bei.

Die zweite wichtige Gruppe der „neuen“ Taucher ist die Gruppe der „Best-Ager“; die Generation 55plus. Angepasste Kursprogramme mit Inhalten, die auch für Menschen gesetzteren Alters geeignet sind, werden als Ergänzung leistungsbezogener Kurse bedeutender.

Die Ausbilder müssen durch spezielle Zusatzschulungen oder entsprechende Erfahrungen auf die neuen Anforderungen eingestimmt und geschult werden. All das gilt natürlich auch für die Tauchschulen vor Ort. Bestehende Kunden müssen wunschgemäß betreut werden, neue Zielgruppen gefunden und bedient werden. Die aktuellen Bedürfnisse der (potenziellen) Taucher müssen er- und hinterfragt werden.

Die Zusammenarbeit mit wassersportaffinen Clubs, Vereinen und Verbänden ist dabei von großem Vorteil.

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